Yess, eine australische App zur Vermittlung schwulenfreundlicher Dienstleister

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Yess, eine australische App zur Vermittlung schwulenfreundlicher Dienstleister

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 13. April 2019) Jill Burgess hat am 30. März 2019 ihre Partnerin Kim geheiratet, mit der sie seit 21 Jahren in einer Beziehung lebt. Dieses Ereignis hat sie mit der von ihr selbst gestalteten iOS- und Android-App Yess vorbereitet: Yess listet alle Anbieter auf, die gerne mit der LGBTQIA-Community zusammenarbeiten und ist damit sehr nützlich, um Dienstleister zu finden, die ohne Diskriminierung arbeiten. Leider ist Yess aber nur in Australien erhältlich – zumindest vorerst heißt es anderswo noch Noo…

Jill Burgess

Jill Burgess hat die Yess-App geschrieben, um ihre eigene Hochzeit in den Dienst der LGBT-Community zu stellen. 😉 © getyess.com

Yess steht für Yes services, listet also Anbieter, die ohne Diskriminierung Ja sagen. Die App kann kostenlos auf Smartphones oder Tablets genutzt werden. Am 8. April 2019 waren es schon 80 Anbieter, die gerne mit der LGBTQIA-Community zusammenarbeiten – allerdings nur in Australien, wo die App gerade offiziell gestartet ist, und vor allem mit Anbietern mittleren Küstenregion in New South Wales, wo Jill Burgess lebt und jetzt geheiratet hat.

Konkret listet die Yess-App Fachbetriebe in 22 Berufssparten, von Konditoren über Autovermietungen, Floristen, Juwelieren und Gastwirten bis hin zu Anbietern religiöser Hochzeitsfeiern. Für fast alles findet man freundliche Profis, sei es für eine Hochzeit oder ein Jubiläum, ein Familienessen oder eine Kreuzfahrt, finanzielle Beratung oder den Einsatz von künstlicher Befruchtung.

Für suchende Einzelpersonen ist die Nutzung der App völlig kostenlos. Dafür zahlen die Händler und Anbieter jedes Mal etwas, wenn jemand sie mit Anfragen oder Bestellungen kontaktiert, und zwar nach diesen drei Kriterien:

  1. Die Anbieter zahlen je nach Tätigkeitsbereich, z. B. 3 Dollar für Tanzkurse oder 10 Dollar für touristische Dienstleistungen.
  2. Eine einzige Rechnung pro Anbieter und Kunde, unabhängig davon, wie oft ein Anbieter dann mit derselben Person zusammenarbeitet.
  3. Nicht mehr als drei Anbieter aus derselben Branche pro Stadtgebiet – wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Um die Zahlung von Provisionen zu vermeiden, wenn jemand nur Informationen oder einen Preis abfragt, ohne späteren Geschäftsabschluss, werden die Anbieter aufgefordert, so viele Informationen wie möglich auf ihrer Seite anzugeben, beispielsweise Preise, Grafiken, Fotos, Videos usw. Die Präsenz auf der App wird nicht in Rechnung gestellt, sondern nur der erste Kundenkontakt.

Joe said Yess!

Als schwulenfreundlicher Anbieter sagt Joe Yess! © getyess.com

Für Kunden sind Registrierung und App-Nutzung sowie der Kontakt zu den Profis völlig kostenlos. Die Registrierung muss jedoch bestätigt werden, um Missbrauch und Spaßvögel zu vermeiden.

Die Gründerin von Yess glaubt an das Wachsen ihrer App. Sie nutzt einerseits soziale Netzwerke (insbesondere Facebook und Instagram), vertraut aber auch auf die in die App integrierten Kundenrezensionen.

Kommentar: Mit derzeit nur 80 Dienstleistern in ganz Australien steckt die Yess-App noch in den Kinderschuhen, und die FAQ gibt keine Auskunft zur Anzahl der Personen, die die Anwendung heruntergeladen oder bereits genutzt haben. Daher kann man derzeit noch keine Rückschlüsse auf den zukünftigen Erfolg der App ziehen.

Die Idee einer weißen Liste von Community-freundlichen Anbietern in interaktiver Form ist sehr gut. Im Grunde ist es sehr viel positiver, die Arbeit eines schwulenfreundlichen Profi-Dienstleisters zu würdigen, als vor Gericht gegen einen offen homophoben Anbieter zu kämpfen. Denn am Ende wird der Kampf um gleiche Rechte auch im Bereich Wirtschaft und Handel ausgetragen.

Wolfgang / MensGo

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