Schnelle Legalisierung der Homo-Ehe in Nordirland?

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
Loading...

Schnelle Legalisierung der Homo-Ehe in Nordirland?

(Blogmensgo, schwuler Blog vom 5. Januar 2020) Nach einem politisch-parlamentarischen Vakuum seit Ende 2016 in Nordirland hat Julian Smith, der britische Nordirlandminister, am 19. Dezember 2019 eine neue Verordnung zur Legalisierung der Homo-Ehe in Nordirland ab dem 13. Januar 2020 unterzeichnet. Aufgrund des Aufgebots von achtundzwanzig Tagen können die ersten schwulen und lesbischen Paare am 14. Februar 2020, also am Valentinstag, in ganz Nordirland und insbesondere in der Hauptstadt Belfast heiraten.

Julian Smith

Julian Smith über Twitter: Unterzeichnung der historischen und fortschrittlichen Dokumente. © Julian Smith

Das Datum des Inkrafttretens der Homo-Ehe in Nordirland wurde nicht zufällig gewählt. Nordirland ist derzeit noch das einzige Gebiet der Britischen Inseln und der Kanalinseln, das die gleichgeschlechtliche Ehe nicht legalisiert hat, denn selbst die winzige Insel Sark hat sich gerade für die Legalisierung entschieden hat.

Im März 2018 wurde ein von dem Labour-Abgeordneten Conor McGinn und dem konservativen Lord Hayward eingebrachter parteiübergreifender Antrag in beiden Häusern des britischen Parlaments eingebracht. Ein im Juli 2019 vom Parlament in Westminster verabschiedetes Gesetz legte den 21. Oktober 2019 als Frist für die Reaktivierung einer regionalen Regierung mit Parlament in Nordirland fest. Im anderen Fall sollte die britische Regierung und das Parlament automatisch die Aufgaben ihrer nordirischen Amtskollegen übernehmen. Das institutionelle Vakuum in Nordirland hätte also London und Westminster erlaubt, an Stelle von Belfast und Stormont zu handeln.

Am 19. Dezember 2019 hat Minister Julian Smith die Verschiebung einer möglichen politischen Einigung gebilligt, die das institutionelle Vakuum beenden könnte. London, bzw. das von Minister Smith unterzeichnete Dokument ändert nun die Terminologie der nordirischen Gesetze. Die Eheschließung bezieht sich also nicht mehr nur auf Ehemann und Ehefrau, sondern jetzt auf zwei Ehepartner.

Homophobe haben erkannt, dass sie die Legalisierung der Homo-Ehe in Nordirland nicht unter dem Vorwand der religiösen Überzeugung verhindern können, da die Regierungs- und Parlamentsarbeit dort erst mit dem Inkrafttreten der neuen Regelungen wieder aufgenommen wird.

Regenbogenflaggen schon bald auf jeder Straße in Belfast? © Andrew Butler / Unsplash

Da die homophoben Gruppen diese Legalisierung nicht mehr verhindern können, versuchen sie jetzt, ihre Konturen zu verändern. Natürlich wieder unter dem Vorwand der Religion und der Meinungsfreiheit. Die genauen Modalitäten der Homo-Ehe müssen noch festgelegt werden, insbesondere in Bezug auf mögliche Ausnahmen oder Gewissensklauseln.

Die laufenden Verhandlungen deuten darauf hin, dass die Nordirland-Behörde (NIO) möglicherweise in der Lage ist, eine Reihe von Änderungen oder Ausnahmen zuzulassen, bevor das Gesetz in Kraft tritt. Das Ausmaß dieser Änderungen in letzter Minute wurde von der NIO noch nicht bekannt gegeben. Christliche Organisationen fordern, dass von den Pfarrern nicht verlangt wird, gleichgeschlechtliche Hochzeitsfeiern zu organisieren oder an ihnen teilzunehmen. Im Namen der Meinungsfreiheit fordern sie, dass die Kritik an der gleichgeschlechtlichen Ehe nicht als Vergehen betrachtet werden darf.

Außerdem wollen die religiösen Führer auch die homophobe Diskriminierung legalisieren, nämlich das Recht religiöser Organisationen, unter dem Vorwand ihrer eigenen Werte, jeden zu entlassen, der eine Person des gleichen Geschlechts heiratet.

Die Zukunft wird zeigen, was die britische Regierung unter Gleichbehandlung versteht. Man wird auch über religiöse Schulen (Ausschluss oder Ablehnung von Schülern, wenn ihre Eltern ein homosexuelles Paar bilden?) und private Arbeitgeber (Entlassung eines Arbeitnehmers, der eine Person des gleichen Geschlechts heiratet?) entscheiden müssen, unabhängig davon, ob diese Unternehmen religiöser Natur sind oder nicht.

Die Zukunft wird auch zeigen, inwieweit Nordirland in Bezug auf die Homo-Ehe in die Fußstapfen Irlands treten wird. Wie auch immer, Belfast wird schon bald offen sein für alle Menschen, die sich lieben. Belfast ist auch der Titel eines alten Boney-M-Songs. Etwas angestaubt, aber auch ein Klassiker:

Wolfgang / MensGo

Noch keine Kommentare bis jetzt

Einen Kommentar schreiben

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This Blog will give regular Commentators DoFollow Status. Implemented from IT Blögg